Unsere Originale

Kölner „Notzeitbrot“

Adenauers erste Erfindung sollte den Hunger der Kölner im Ersten Weltkrieg lindern.
Modell des Kölner Notzeitbrots

Schlechte Ernten und die Folgen der britischen Seeblockade verschärften im Ersten Weltkrieg die Lebensmittelknappheit, die im „Steckrübenwinter“ 1916/1917 ihren Höhepunkt erreichte. 1915 musste Brot rationiert werden. Um der Hungerkrise zu begegnen, entwickelte Konrad Adenauer, damals erster Beigeordneter in Köln, gemeinsam mit den Bäckern Jean und Josef Oebel das „Rheinische Schrotbrot“. Es bestand aus beschlagnahmefreien Getreiden wie Gerste, Reis und Mais und konnte zumindest in Bezug auf die Nährwerte mit herkömmlichen Broten mithalten.

Patenturkunde für das Kölner Notzeitbrot für Konrad Adenauer

Adenauer hatte früh erkannt, dass neben anderen Schwierigkeiten vor allem die Versorgung der Bevölkerung Kölns mit Lebensmitteln zu einem Problem werden könnte. Er nutze seinen Vorsitz in der Lebensmittelkommission, die mit der Beschaffung und Verteilung der Nahrungsmittel befasst war, um auch mit ungewöhnlichen Mitteln die Versorgung der Stadtbevölkerung zu sichern. Dazu gehörten Maßnahmen wie Kurse in Gemüseanbau für die Stadtbevölkerung und öffentliche Suppenküchen.

Die Lieferungen der Rohstoffe für das „Notzeitbrot“, wie es auch genannt wurde, kamen aus Rumänien. Somit war die Versorgung der Stadt Köln zunächst gesichert. Allerdings war dies nur eine Lösung auf Zeit, da mit dem Beitritt Rumäniens zur Entente im Frühsommer 1916 die Rohstofflieferungen für die Produktion des Brotes wegfielen.  

Das Archiv verwahrt die Originalakten zu Adenauers Erfindungen. Ein Faksimile der Patentschrift für die Sojawurst ist in unserer Rhöndorfer Ausstellung zu sehen.