Unsere Originale

Junghans-Schreibtischuhr

Schwarzwälder Zeitmesser zum 75. Geburtstag

Betritt man Konrad Adenauers Arbeitszimmer in seinem Rhöndorfer Wohnhaus, so fallen einem sofort drei Gegenstände auf dem relativ kleinen Schreibtisch auf: Eine Lampe mit großem Schirm, eine kunstvolle bronzene Stiftablage und eine beinahe quadratische Uhr mit goldfarbenem Gehäuse, die auf vier filigranen Füßen steht.

Bei genauerer Betrachtung der Vorderseite sind verspielte Verzierungen auf dem Gehäuse zu erkennen, die einen stimmigen Rahmen um das schlichte, runde Ziffernblatt mit schwarzen, römischen Zahlen auf weißem Grund ergeben. Den oberen Abschluss der Uhr bildet eine kleine Wölbung, auf der ein Tragering befestigt ist.

Historisch interessant wird es auf der Rückseite. Diese liefert Hinweise darauf, dass es sich bei der Schreibtischuhr wohl um ein Geschenk des ehemaligen Landes Württemberg-Hohenzollern zum 75. Geburtstag Konrad Adenauers handelt. So sind in der Mitte das entsprechende Landeswappen und darunter die Datumsangabe „5.1.1951“ eingraviert. 

Und tatsächlich: Im Kalender Adenauers findet sich am 5. Januar 1951 für 10 Uhr der Eintrag „Gratulation des Staatspräsidenten von Württemberg-Hohenzollern, Dr. Gebhard Müller, und Justizminister Dr. Beyerle, des stellv. Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden". Mit der renommierten Uhrenmarke Junghans aus Schramberg im Schwarzwald - damals württemberg-hohenzollerisch - wählte Müller einen heimischen Hersteller für das Geschenk im Namen seines Landes.

Vielleicht weckte die Uhr bei Adenauer auch Erinnerungen an seine Studienzeit in Freiburg oder an Kur- und Urlaubsaufenthalte im Schwarzwald während der 1920er- und 1930er-Jahre.