Bronze-Bozzetto
Am Eingang der Ausstellung im Berliner Konrad-Adenauer-Forum begrüßt ein Adenauer-Bozzetto des Bildhauers Hubertus von Pilgrim die Besucherinnen und Besucher.
Es handelt sich um den Zweitabguss einer verkleinerten Darstellung eines monumentalen, zwei Meter hohen Denkmals, das 1982 auf dem Bundeskanzlerplatz in Bonn enthüllt und eingeweiht wurde. Dieses erinnert dort, in unmittelbarer Nähe zum Palais Schaumburg (dem ehemaligen Bundeskanzleramt), bis heute an das Wirken des Gründungskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Das Kunstwerk ist außerdem an zwei weiteren Orten zu sehen: Seit 2022 steht in Berlin vor der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung ein großer Abguss der Kopfplastik. In der Dauerausstellung in Rhöndorf ist eine weitere verkleinerte Darstellung zu besichtigen.
Hubertus von Pilgrim verfolgte mit diesem Kunstwerk das Ziel, über ein bloßes Porträt hinaus zentrale Lebensstationen und politische Leitideen Konrad Adenauers plastisch darzustellen. Diese sind – auf dem großen Denkmal deutlich, auf der kleinen Berliner Kopfbüste teilweise erkennbar – in die Gesichtszüge und die Rückseite der Skulptur eingearbeitet.
Dazu zählen Hinweise auf Adenauers Herkunft und Lebensdaten, seine prägende Zeit als Oberbürgermeister von Köln, seine Rolle in der Weimarer Republik, die Verfolgung während des Nationalsozialismus sowie seine vierzehnjährige Amtszeit als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Das Motiv der gefesselten Hände erinnert beispielsweise an die Verhaftungen durch die Gestapo 1934 und 1944. Symbole wie der Bundesadler oder der sprechende Kanzler im Fernsehgerät verweisen auf politische Macht und den Wandel der jungen Demokratie. Weitere Motive – darunter der Rhein, ein Rosenstock, das Siebengebirge, ein Kruzifix und die Europa-Darstellung als Nymphe mit Stier – stehen für Adenauers rheinische Herkunft, seine christliche Prägung und seine Vision eines geeinten, friedlichen und starken Europas.
Hubertus von Pilgrim, geboren am 24. August 1931 in München, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und wurde dort später selbst Professor. In seinen Porträtplastiken und Denkmalprojekten erinnerte der Künstler an historische Persönlichkeiten und politische Themen mit einer symbolisch aufgeladenen Formensprache. Zu seinen bekanntesten Werken zählt neben dem Adenauer-Denkmal in Bonn eine Skulpturenserie aus 22 identischen Denkmälern zu den Todesmärschen am Ende des Zweiten Weltkriegs. Von Pilgrim starb am 1. Januar 2026 in Pullach bei München.