Helene Wessel. Eine Vordenkerin des Postliberalismus?
Der Blick auf die Gründungskonstellation und auf den Moment der Verfassungsgebung nach 1945 behält seinen besonderen Platz in der Geschichte der deutschen Demokratie. Die Biografie der Politikerin und Sozialreformerin Helene Wessel (1898-1969) dient als Prisma, um die Ambivalenzen und Widersprüche der frühen Bundesrepublik Deutschland zu beleuchten. Helene Wessel nimmt in der politischen Ideengeschichte Deutschlands eine markante Sonderrolle ein – und ist heute weitgehend vergessen. Als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“ prägte sie die normative Fundierung der Bundesrepublik entscheidend mit. Als erste Parteivorsitzende (Zentrumspartei) vereinte sie Feminismus, sozialen Reformwillen und tiefen katholischen Glauben. Ihre Haltung, Religion als gestaltende Kraft in die Öffentlichkeit zu tragen, macht sie zu einer Vertreterin der politischen Theologie eigener Art - damit ist Helene Wessel eine aufregende Referenz für die postliberalen Debatten unserer Tage.
Ablauf
18 Uhr
- Begrüßung
- Impuls durch Dr. Helene Bubrowski: Helene Wessel – eine Vordenkerin des Postliberalismus?
18:30 Uhr bis ca.19:30 Uhr
Paneldiskussion mit:
- Dr. Helene Bubrowski (Fellow 2026/2027 am Wissenschaftskolleg zu Berlin)
- Dr. Carlotta Voß (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover),
- Dr. Simon Strauß - Moderation (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Sie sind herzlich zur Kooperationsveranstaltung des Wissenschaftskollegs zu Berlin und des Konrad-Adenauer-Forums Berlin eingeladen.
Datum: 04. November 2026, 18 Uhr
Ort: Konrad-Adenauer-Forum, Behrenstr.18, 10117 Berlin
Foto: Bestand Erna Wagner-Hehmke, Stiftung Haus der Geschichte